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23.09.2011

Vom Präventionsprojekt zum Präventionskonzept – ein Einblick

Vom Präventionsprojekt zum Präventionskonzept – ein Einblick
Präventionskonzept – Gesunde Schule – am Friedrich-Schiller-Gymnasium Ludwigsburg (FSG)

Ministerium für Kultur, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Ein wichtiger Bereich des schulischen Erziehungsauftrags besteht in sozialen und gesundheitlichen Präventionsbereichen. Seit 1996 die Steuerungsgruppe "Innere Schulentwicklung“ gegründet wurde, befindet sich das FSG auf dem kontinuierlichen Weg dahin: Ausgehend von diversen Pädagogischen Tagen zu Themen wie pädagogischer Konsens, Leitbild und Gesunde Schule findet bei uns heute über alle Klassenstufen hinweg aufbauend eine Anleitung zur Entwicklung wichtiger sozialer Kernkompetenzen vor allem auf Klassenebene und in einem Mehrstufen-Modell auf Individual-, Klassen- und Schulebene statt. Von zunächst vereinzelt stattfindenden präventiven Maßnahmen ausgehend, wurden Module zur Förderung der sozialen Lebenskompetenz und Selbstbehauptung, Ich-Stärke und Engagement, Konflikt- und Teamfähigkeit, zivilcouragiertes Handeln entwickelt und verankert. Am FSG gehört das Präventionskonzept zur Förderung von Lebenskompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler seit dem Schuljahr 2002/2003 verbindlich zum Schulprogramm. So wird ein curricularer Zugang zu einem präventiven sozial-ethischen Schulprogramm mit Anbindung auf allen Ebenen ermöglicht.

Mittlerweile ist – dem Bedürfnis nach Nachhaltigkeit und Verbindlichkeit Rechnung tragend – ein Netz von sozialen Aktivitäten in unseren Schulalltag integriert, das sowohl präventive Fäden spinnen lässt als auch bei Problemfällen auffangen kann. Unsere Schwerpunkte sind seit 1998 Gewaltprävention, seit 1996 Suchtprävention und seit 2008 Medienerziehung (Computer-Handy-Internet-Projekt für Schülerinnen und Schüler – CHIPS). Da Gewaltbereitschaft und soziales Fehlverhalten wie Mobbing auf einem Mangel an sozialen Kompetenzen basieren, beginnt beispielsweise das Curriculum Gewaltprävention in Klasse 5 mit STUPS – Selbstbehauptungstraining und dem Klassenrat. STUPS ist ein ganzheitlich orientiertes Konzept auf entwicklungspsychologischer Grundlage und ein Trainingsprogramm der emotionalen Intelligenz, zur Stärkung der personalen Kompetenzen und zur Sucht- und Gewaltprävention. In Klasse 6 geht es weiter mit "KUCKMAL!" Dies ist ein kognitiv-verhaltensorientiertes, kooperatives Konzept. Es dient der Stärkung und der gezielten Förderung und Systematisierung der individuellen und gruppenspezifischen Konflikt-Kompetenzen. In Klasse 7 folgt das Lions-Quest-Programm "Erwachsen werden“. Dieses Programm zur Persönlichkeitsstärkung, Sucht- und Gewaltprävention hat es sich zur Aufgabe gemacht, soziale und kommunikative Kompetenzen mit Schülerinnen und Schülern zu erarbeiten und neue Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten zu erproben.

Bausteine im Suchtpräventionscurriculum sind Rauchprävention in Klasse 6, Suchtpräventionstage mit ganzheitlichem Schwerpunkt in Klasse 7, die Ausbildung zu Schülermultiplikatorinnen und -multiplikatoren für die eigenen Klassen in Klasse 8 sowie eine Veranstaltung zum Thema Cannabis / illegale Drogen in Klasse 9. Darüber hinaus haben wir im Lauf der Jahre verschiedene Konzepte erarbeitet: Die "impuLSE – Erziehungspartnerschaft" mit und für Eltern und Lehrkräfte wird beispielsweise in 15 interaktiven Themenelternabenden zu Inhalten unseres Leitbilds und unseres Sozialcurriculums gepflegt. Vielfältige Möglichkeiten bestehen für Soziales Engagement: Schulsanitäter-Ausbildung in Klasse 5, ein Sozialtag in Klasse 6, Streitschlichterinnen und Streitschlichter sowie Junior-Schülermentorinnen und -mentoren in Klasse 7, Patinnen und Paten in den Klassen 9 und 10, Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter sowie ein Schutzengel-Team, bestehend aus ausgebildeten Schülerinnen und Schülern in den Klassen 10 bis 12. Alle sozialen Aktivitäten werden im Portfolio dokumentiert. Handlungskonzepte zum Umgang mit Konflikten und Mobbing, das High-Down-Clean (HDC) für stark Drogen konsumierende Schülerinnen und Schüler, das "Offene Ohr“ als Anlaufstelle für Kinder mit Nöten aller Art oder das Projekt NETWASS (network against schoolshooting, ein Pilotprojekt der Uni Berlin) ergänzen die Maßnahmen auf Schulebene. Die Konzepte zeigen die Vernetzung von täglicher Beziehungsarbeit mit den Schwerpunktthemen im Präventionskonzept. Sie werden konsequent durch das Sozialcurriculum umgesetzt.

Ungefähr ein Drittel des Kollegiums ist verantwortlich oder unterstützend in das Präventionskonzept eingebunden. Einige unserer Module finden in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern statt. Der Allgemeine Samariterbund (ASB), die Aufsuchende Suchtpräventive Arbeit (ASPA), die Caritas, die Kommunale Suchtbeauftragte, das Netzwerk Gesunde Schule, die Polizei, die Präventionsoffensive Ludwigsburg, die WingTsun-Schule Ludwigsburg sowie viele soziale Einrichtungen in Stadt und Landkreis Ludwigsburg unterstützen uns.

Das FSG nimmt seit Februar 2011 als Startschule der ersten Phase an der Umsetzung des landesweiten Präventionskonzepts teil, es ist Erprobungsschule für Science Kids und hat das Teilzertifikat Gesunde Schule Landkreis Ludwigsburg / Sucht- und Gewaltprävention beantragt.

Das Gesamtkonzept und die einzelnen Module sind zu finden unter: www.fsglb.de, Stichworte Schulkonzept / Präventionskonzept.

Autorin: Marion Werling-Barth, Oberstudienrätin, Friedrich-Schiller-Gymnasium Ludwigsburg.

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